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M. Sc. Jochen Illerhaus

  • Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Campus Süd
    Institut für Regelungs- und Steuerungssysteme
    Geb. 11.20 (Engler-Villa)
    Kaiserstr. 12
    D-76131 Karlsruhe

Intelligente, physikbasierte Regelungssysteme mit thermischen Speichern ermöglichen die effiziente Nutzung erneuerbarer Energien in Quartieren, indem sie Erzeugung, Verbrauch und Speicherung optimal koordinieren.

Lebenslauf

  2012-2015 Abitur mit Profilfach Mechatronik am Technischen Gymnasium Ravensburg, Abschluss mit Auszeichnung.
  2015-2016 Studium Generale an der Lindenwood University in St. Charles, Missouri, USA. Verlassen mit Note sehr Gut und Auszeichnung aber ohne Abschluss. 
  2017-2024 Tutor für Höhere Mathematik 1 bis 3 für Bachelorstudierende der Elektrotechnik und Physik am Institut für Analysis des Karlsruher Instituts für Technologie. Zuletzt, erstmalige praktische Erprobung von Saal-Tutorien. 
  2019-2020 Praktikum in der Entwicklung von Treiberelektronik für Leuchten im Automobil bei Xingyu Atomotive Lighting Systems in Changzhou, China. 
  2019-2020 Bachelorarbeit mit dem Titel "Marktbasierte Betriebsführung von Wärmenetzen der 4. Generation" am Institut für Regelungs- und Steuerungssysteme am Karlsruher Institut für Technologie.
  2016-2021 Studium, Bachelor of Science im Fach Elektro- und Informationstechnik am Karlsruher Institut für Technologie. Wahlfächern aus dem beriech der Supraleitung. 
  2017-2021 erfolgreicher Abschluss der Lehrveranstaltungen Theoretische Physik für Bachelorstudierende der Physik.
  2020-2022 Studentische Hilfskraft am Institut für Regelungs- und Steuerungssysteme am Karlsruher Institut für Technologie im Bereich der Simulation und optimalen Betriebsführung von Fernwärmenetzen.
  2023-2024 Masterarbeit mit dem Titel "Passivity Based Reinforcement Learning" am Institut für Regelungs- und Steuerungssysteme am Karlsruher Institut für Technologie. 
  2021-2024 Studium, Master of Science im Fach Elektro- und Informationstechnik, mit Studienmodell Regelungs- und Steuerungstechnik am Karlsruher Institut für Technologie, mit sehr gutem Abschluss. 
  seit 2024 Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Professur für Regelungssysteme am Institut für Regelungs‑ und Steuerungssysteme am Karlsruher Institut für Technologie, bei Prof. Dr.-Ing. Sören Hohmann.

Forschung

Regelung sektorgekoppelter Energiesysteme unter besonderer Berücksichtigung thermischer Energiespeicher

Photovoltaik ist bereits heute eine kosteneffiziente und CO₂-arme Form der Energieerzeugung. Allerdings unterliegt ihre Leistung tageszeitlichen und saisonalen Schwankungen. Die Energielandschaft der Zukunft wird daher von Phasen nahezu unbegrenzter Verfügbarkeit und Zeiten geprägt sein, in denen Strom als knappes Gut effizient eingesetzt werden muss. Hier kann Lastflexibilisierung einen wesentlichen Beitrag leisten. Ein bedeutender Verbraucher ist dabei die Gebäudeheizung. Während Neubauten durch moderne Isolationsmaterialien geringe Energieverbräuche erreichen, bleibt eine umfassende energetische Sanierung von Altbauten oft zu aufwendig. Klimafreundliche Heizlösungen ohne tiefgreifende bauliche Eingriffe sind daher dringend erforderlich.

Intelligente Regler sind hierbei ein zentraler Baustein. Sie bestimmen, wann und wo Energie erzeugt, genutzt, transportiert oder gespeichert werden soll. Ihr besonderer Vorzug liegt darin, dass sie lediglich kostengünstige Kleinstsensoren und wenige zusätzliche Komponenten erfordern und sich damit schnell, preiswert und vor allem nachträglich einbauen lassen. Solche Ansätze sind insbesondere auf Quartiersebene interessant, da hier mittlere und große thermische Speicher realisierbar werden und sich im großskaligen Betrieb auch kleinere Effizienzgewinne schnell wirtschaftlich rechnen.

 

 

Herausforderungen und Methoden

Die Dokumentation über den Aufbau von Bestandsgebäuden und -anlagen ist oft unzugänglich oder gar nicht vorhanden. Selbstlernende Methoden sind daher von großer Bedeutung. Üblicherweise stehen keine großen Datensätze für das Training zur Verfügung, stattdessen müssen die erforderlichen Daten im laufenden Betrieb erhoben werden, was eine effiziente Datennutzung unabdingbar macht. Dabei ist es nicht wünschenswert, fundamentale physikalische Zusammenhänge vollständig aus Daten neu zu identifizieren. Physikbasierte Lernmethoden erlauben es, grundlegende physikalische Gesetzmäßigkeiten als Vorwissen einzubringen und lediglich unbekannte Details maschinell zu lernen.

Darüber hinaus wird ein verteiltes Netz aus einer prinzipiell unbegrenzten und zeitlich veränderlichen Anzahl von Komponenten betrachtet. Die Skalierbarkeit des Ansatzes ist daher von zentraler Bedeutung. Modulare Methoden erweisen sich als besonders geeignet und lassen sich mithilfe der Passivitätstheorie systematisch beherrschen. Langzeitspeicher, deren Betrieb sich über lange Zeithorizonte erstreckt, stellen eine numerische Herausforderung dar. Strukturerhaltende Integratoren und eine differentialgeometrische Problemformulierung bieten hier einen vielversprechenden Rahmen.

Projektarbeit D²HeaTEC

Im Verbundprojekt D²HeaTEC (Decarbonizing District Heating with Techno-Economic Control) wird ein integriertes Regelungskonzept entwickelt und erprobt, das technische und ökonomische Aspekte einer dezentralen, erneuerbaren Wärmeversorgung koordiniert. Als Testgebiete dienen zwei Wohnquartiere in Köln, die einen direkten Vergleich von erdgasbasierter Wärmeerzeugung und elektrischen Wärmepumpen ermöglichen.

Hierzu werden die Wärmesysteme modelliert und techno-ökonomisch geregelt. Das Systemmodell umfasst Modelle der Erzeugereinheiten und Verteilnetze beider Quartiere sowie ein modulares Wohnungsmodell. Während Erzeuger und Verteilnetz bereits in Echtzeit vermessen werden, sollen speziell für dieses Projekt Radiatorstellantriebe, Heizkostenverteiler und Raumluftsensoren in den Wohnungen der Teilnehmer installiert werden. Alle Daten fließen pseudonymisiert zusammen.

Das Regelungskonzept hat Zugang zu diesen aggregierten Daten und löst damit ein grundlegendes Problem konventioneller Systeme: Bisher optimieren Bewohner, Vermieter und Netzbetreiber bestenfalls lokal und innerhalb ihrer jeweiligen Zuständigkeiten. Die entwickelte Regelung überwindet diese Fragmentierung. 

Für Zusammenarbeiten bitte jederzeit melden

Bei Interesse an Forschungskollaborationen, Abschlussarbeiten, Forschungspraktika oder HiWi-Tätigkeiten können Sie sich jederzeit melden. Neben den explizit ausgeschriebenen Projekten gibt es immer weitere spannende und aktuelle Themen.

Offene Abschlussarbeiten
Titel Typ

Publikationen


Distributed Optimization of District Heating Networks Using Optimality Condition Decomposition
Maurer, J.; Illerhaus, J.; Soneira, P. J.; Hohmann, S.
2022. Energies, 15 (18), Art.Nr.: 6605. doi:10.3390/en15186605